Orthomolekulare Medizin

 Was ist Orthomolekulare Medizin? 

 

Der Begriff "orthomolekular" wurde 1968 von Linus Pauling, einem Biochemiker und zweifachen Nobelpreisträger, geprägt. Es bezieht sich auf die Erhaltung der Gesundheit durch die Optimierung der Konzentrationen von Substanzen im Körper, die natürlicherweise darin vorkommen. Diese Praxis umfasst die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, und anderen essenziellen Nährstoffen in Mengen, die die individuellen Bedürfnisse des Körpers erfüllen.

Orthomolekulare Medizin zielt darauf ab, durch gezielte Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel die gesundheitlichen Ungleichgewichte zu korrigieren, die zu Krankheiten führen können. Dabei wird das Wort "Molekül" aus dem Lateinischen für die kleinsten Bausteine von Substanzen abgeleitet und "Ortho" aus dem Griechischen für "richtig" oder "gut". Das Konzept dieser Medizin ist die Verwendung der richtigen Moleküle in den richtigen Mengen. 

 Anwendung und Vorteile 

 

Ein Kernprinzip der orthomolekularen Medizin ist die präventive und kurative Anwendung von Mikronährstoffen in optimalen Mengen. So wird beispielsweise eine Omega-3-Fettsäure-Supplementierung empfohlen, da diese essentiellen Fettsäuren in der modernen westlichen Ernährung oft nicht ausreichend vorhanden sind. Omega-3-Fettsäuren, die hauptsächlich in Fisch vorkommen, können durch Fischölkapseln ergänzt werden. Diese helfen, die Blutfettwerte zu senken, den Blutdruck zu regulieren und das Herz-Kreislauf-System zu stärken.

Ein weiteres Beispiel ist die Behandlung von Vitamin-D-Mangel. Vitamin D spielt eine zentrale Rolle bei der Knochengesundheit, dem Immunsystem und der allgemeinen Stimmungslage. In nördlichen Breitengraden oder bei Personen mit wenig Sonnenexposition kann die Supplementierung von Vitamin D helfen, Defizite auszugleichen und das Risiko für Osteoporose sowie andere Gesundheitsprobleme zu verringern.

 Orthomolekulare Therapie in der Praxis 

Orthomolekulare Therapie wird in vielen Bereichen der Medizin eingesetzt. Bei chronischen Erkrankungen wie Fibromyalgie kann beispielsweise die Supplementierung mit Magnesium und Coenzym Q10 zur Linderung von Muskelschmerzen und zur Steigerung der Energieproduktion beitragen.

Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen können hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren und die gezielte Einnahme von B-Vitaminen (insbesondere B12 und Folsäure) unterstützend wirken. Diese Nährstoffe sind wichtig für die Neurotransmitterfunktion und können die Symptome verbessern. 

Wissenschaftliche Grundlage 

Orthomolekulare Medizin basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und biochemischen Prinzipien. Anstatt nur die Symptome zu behandeln, konzentriert sich diese Disziplin darauf, die zugrunde liegenden Ursachen von Krankheiten durch Anpassung der Nährstoffzufuhr zu adressieren. Während chemische Arzneimittel nicht grundsätzlich abgelehnt werden, wird ihr Einsatz auf Fälle beschränkt, in denen sie unbedingt notwendig sind, wobei ihre Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden.

Orthomolekulare Medizin ergänzt die Schulmedizin und stellt keinen Ersatz dar. Sie ist vielmehr ein natürlicher Partner, der hilft, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Die genaue Bestimmung von Nährstoffdefiziten und der entsprechende Ergänzungsbedarf sollten durch exakte Laboranalysen erfolgen, um eine maßgeschneiderte Therapie zu gewährleisten. Selbstmedikation ohne ärztliche Beratung wird nicht empfohlen, da eine Überdosierung von Mikronährstoffen gesundheitsschädlich sein kann.

Insgesamt bietet die orthomolekulare Medizin eine wissenschaftlich fundierte und ganzheitliche Herangehensweise zur Gesundheitsförderung und Krankheitsbehandlung, die sowohl präventiv als auch therapeutisch wirksam ist 

Wissenschaftliche Grundlage und Integration 

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