Orthomolekulare Medizin




Die orthomolekulare Medizin ist für mich eine gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Es gibt Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen bei denen die Schulmedizin keine Ursache finden kann oder die Therapie keine Besserung bewirkt.

Orhtomolekular bedeutet - die Moleküle in die richtige Ordnung bringen. Bei einigen Krankheiten bestehen Unordnungen im System, sei es durch freie Radikale, Unter- oder Fehlversorgung mit Nährstoffen oder Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln. Zudem bewirken Lebenssituationen wie Stress oder Krankheiten, Sport, etc. einen Mehrverbrauch von Mikronährstoffen.

Mit einer ausführlichen Anamnese lassen sich die Beschwerden eingrenzen und geben Hinweise auf mögliche Defizite. Auch das Studium bereits erhobener Befunde von Fachärzten, radiologischen Untersuchungen oder Laborwerten hilft bei der Erfassung des Krankheitsbildes.

Mit den üblichen Labor Untersuchungen lassen sich Fehlfunktionen von Organsystemen gut feststellen (“Leberwerte”, “Nierenwerte”). Diese sagen aber über die Funktion des Zellstoffwechsels nur wenig aus. Moderne Labore ermöglichen weiterführende Diagnostik: etwa wie sieht die Versorgung der Zellen und Zellorganellen aus(z.B. Mitochondrien), der Stoffwechsel in der Zelle kann genauso analysiert werden wie die Funktionsfähigkeit des Immunsystems oder die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm. Viele Informationen helfen die passende Therapie zu finden, damit man sich frischer fühlt.

Elemente der Therapie sind:

  • Ernährungsumstellung unter medizinischer Aufsicht
  • Supplementierung von Vitaminen, Nähr- und Mineralstoffen
  • Gabe von Pro- und Präbiotika
  • Hochdosis-Infusionstherapie



Warum ist orthomolekulare Medizin komplex? 

Es gibt nicht nur ein Kochrezept- der menschliche Körper ist komplizierter. Ein Beispiel Cholesterin und Lipidwerte. Zu viel Cholesterin im Blut führt zu Fettablagerungen in den Wänden der Blutgefäße, die als Arteriosklerose der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.
Zu wenig Cholesterin könnte ebenfalls schaden, da Cholesterin ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen ist und ein Mangel deren Stabilität auf Dauer gefährden könnte. Beschrieben sind Hirnblutungen bei niedrigen Lipidwerten.


 

Eine aktuelle Studie beweisst:
LDL Werte unter 70 mg/dl und niedrige Triglyceridspiegel sind verknüpft mit erhöhtem Risiko für hämorrhagischen Schlaganfall bei Frauen. 

Die Senkung des Low-Density-Lipoprotein (LDL)-Cholesterins reduziert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen mit einem idealen Wert unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dL). Aber kann es zu niedrig sein? Eine neue Studie stellt fest, dass Frauen mit einem LDL-Cholesterinspiegel von 70 mg/dL oder darunter mehr als doppelt so häufig einen hämorrhagischen Schlaganfall erleiden als Frauen mit LDL-Cholesterinwerten von 100 bis 130 mg/dL. Die Studie wurde in der Online-Ausgabe von Neurology®, der medizinischen Fachzeitschrift der American Academy of Neurology, vom 10. April 2019 veröffentlicht.

LDL-Cholesterin wird als schlechtes Cholesterin bezeichnet, weil es zu Fettablagerungen in den Arterien führen kann. Die Studie ergab auch, dass Frauen mit den niedrigsten Triglyceridspiegeln, einem Fett im Blut, ein erhöhtes Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall hatten, verglichen mit Frauen mit den höchsten Triglyceridspiegeln.
 
Neurology. 2019 May 7;92(19):e2286-e2294. doi: Lipid levels and the risk of hemorrhagic stroke among women
Pamela M Rist 1, Julie E Buring 2, Paul M Ridker 2, Carlos S Kase 2, Tobias Kurth 2, Kathryn M Rexrode 2

Cholesterin senken - aber wie, was ist der Zielwert und womit?

Hohes Cholesterin und die beliebten Fettsenker. STATINE - warum hilft Co Enzym Q10 bei Muskelschmerzen und Energieverlust

Die Statine blocken durch Hemmung eines Enzyms, die HMG-CoA-Reduktase,  die endogene Cholesterinproduktion in der Leber, aber sie hemmen auch die Synthese des Enzyms der Atmungskette, Coenzyms Q10, was den beobachteten Abfall und Selenabhängige Selenoprotein N, welches für die Muskelregeneration verantwortlich ist, so manche Nebenwirkungen der Statine erklären sich durch diesen biochemischen Vorgang.
Da Co-Enzym Q10 die

Seit Anfang der 90er Jahre hat der Kardiologe Peter Langsjoen des Medizinzentrums in Tyler, Texas die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die belegte, dass durch die die Einnahme von Statinen nicht nur den Cholesterinwert gesenkt , sondern auch die endogene Synthese des CoQ10 gehemmt wird, weshalb dadurch ein neues Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen ensteht, da man weiβ, dass das CoQ10 für eine gute Funktionsweise des kardiovaskulären Systems unerlässlich ist. Coenzym Q10 verhindert die Oxidation von LDL-Cholesterin und könnte somit bei höherer Dosierung eine wichtige Rolle bei der Prävention von Arteriosklerose spielen. Somit könnten Statine kontraproduktiv auf die Entstehung der Arteriosklerose wirken, sofern Coenzym Q10 nicht substituiert wird.
Eine Studie bestätigt dies:

Hoher oxidativer Stress und chronische Entzündungen können zur Pathogenese der koronaren Herzkrankheit (KHK) beitragen. Coenzym Q10 ist ein körpereigenes fettlösliches Antioxidans. Die Therapie mit Statinen kann die Biosynthese von Coenzym Q10 reduzieren. Der Zweck dieser Studie war es, die Wirkungen eines Coenzym-Q10-Supplements (300 mg/d; 150 mg/b.i.d.) auf Antioxidation und Antiinflammation bei Patienten mit KHK während einer Statintherapie zu untersuchen.
Ergebnisse: Die Spiegel des Plasma-Coenzym Q10 (P < 0,001) und der antioxidativen Enzymaktivitäten (P < 0,05) waren signifikant höher nach einer Coenzym-Q10-Supplementierung. Die Spiegel der Entzündungsmarker (TNF-α, P = 0,039) waren nach der Supplementierung mit Coenzym Q10 signifikant niedriger. Die Probanden in der Q10-300-Gruppe hatten in Woche 12 signifikant höhere Vitamin-E- (P = 0,043) und antioxidative Enzymaktivitäten (P < 0,05) als die Placebogruppe. Der Coenzym-Q10-Spiegel im Plasma korrelierte signifikant positiv mit Vitamin E ( P = 0,008) und antioxidative Enzymaktivitäten (P < 0,05) und korrelierte negativ mit TNF-α (P = 0,034) und IL-6 (P = 0,027) nach Coenzym-Q10-Supplementierung.

Schlussfolgerung: Eine Coenzym-Q10-Supplementierung mit 300 mg/Tag erhöht signifikant die antioxidativen Enzymaktivitäten und senkt die Entzündung bei Patienten mit KHK während einer Statintherapie.

Effects of coenzyme Q10 supplementation (300 mg/day) on antioxidation and anti-inflammation in coronary artery disease patients during statins therapy: a randomized, placebo-controlled trial
Bor-Jen Lee, Yu-Fen Tseng, Chi-Hua Yen, Ping-Ting Lin 1
Affiliations expand
PMID: 24192015 PMCID: PMC4176102 DOI: 10.1186/1475-2891-12-142

Unser Vorgehen - Optimierung des Lipidstoffwechsels

  • Erkennen und Einordnung von Störungen durch umfassende Beratung
  • „Fettstoffwechselstörungen“ aus ganzheitlicher und orthomolekularer Sicht, z.B.

Lebensstil, Laboranalysen: HDL, (oxy)LDL, Tri, Lp(a), Homocystein, hsCRP, (Fibr)

Therapie: 
PRÄVENTION: Erhaltung der Fettstoffwechsel-Homöostase, Verhinderung von atherosklerotischen Veränderungen und sonstigen Folgen (z.B. Adipositas, Diabetes)
SEKUNDÄR ODER TERTIÄRPRÄVENTION:
Verhinderung des Fortschreitens von Atherosklerose und sonstigen Folgen
Reduktion der Folgeerkrankungen von Fettstoffwechselstörungen
wie metabolisches Syndrom und der Gesamt-Sterblichkeit

Nichtmedikamentöse Basis:
Lebensstilmassnahmen (essentiell)

  • Ernährung : Beschränkung von Nahrungsfett
    • Gesättigte Fettsäuren durch ein- oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren ersetzen
    • Erhöhung des Ballaststoffanteils
    • Reduktion „süßer“ Kohlenhydrate (mit hohem GI)
    • Cholesterinzufuhr auf 300 mg pro Tag reduzieren
    • Kaloriengerechte Ernährung
    • Alkohol einschränken (insbesondere bei Hypertriglyceridämie)
    • Reduktion von Gewichtsstörungen: Anstreben: BMI: 18-30
  • Bewegung (z.B. HDL ↑, LDL ↓)
  • Stressmanagement (z.B. HDL ↑, LDL, Chol ↓)
  • Reduktion von Schadstoffen, z.B.: Rauch-Stopp (z.B. HDL ↑). Einfluss von Medikamenten:  Psychopharmaka und Cholesterinwerte: Carbamazepin bis 15 % 
    Phenytoin/Phenobarbital + 5 bis 15 % 
    Valproinsäure + 5 bis 20 %
  • Behandlung von Grunderkrankungen und Begleitrisiken
  • Orthomolekulare Unterstützung, etwa Mikronährstoffe. Wenn kein Effekt, dann zusätzlich:
  • Klassische Medizin: etwa Statine, etc.. wenn Therapie unzureichend
    bzw. wenn Stenosen > 70 %

invasiv: z.b. Stents, PTCA, Bypass-Implantation.

Einfluss der Ernährung auf den Lipidstoffwechsel:

  • Gesättigte Fettsäuren Chol ↑↑ (vor allem LDL, weniger HDL)
  • Transfettsäuren Gesamt-Chol und LDL ↑, HDL ↓
  • einfach ungesättigte Fettsäuren Gesamt-Chol und LDL ↓, HDL ↑
  • Omega-3-Fettsäuren Triglyceride ↓, HDL ↑
  • Omega-6-Fettsäuren Gesamt-Chol und LDL ↓ bei hoher Zufuhr HDL (↓)
  • Kohlenhydrate Gesamt-Chol und LDL ↓↓ HDL (↓), Triglyceride ↑
  • Ballaststoffe Gesamt-Chol und LDL ↓Fett- und Zuckeranteil ↓, Stärkeanteil ↑


Orthomolekulare Unterstützung: 

  • Niacin / Vitamin B3: HDL ↑↑, Triglyc ↓↓, LDL ↓
  • Vitamin C und Vitamin E: Chol ↓↓, LDL ↓
  • Omega3-Fettsäuren:  HDL ↑, Triglyc ↓ (LDL ↑, Chol ↑)
  • Magnesium:  HDL ↑, Apo A1 ↑
  • Resveratrol, OPC: HDL ↑, Apo A1 ↑
  • Lysin (und Prolin): Lysin und Prolin lagern sich an das Lipoprotein(a) an und bilden einen Schutzfilm, der es weniger klebrig sein lässt. Durch Lysin und Prolin können auf diese Weise weitere Lipoprotein(a)-Ablagerungen verhindert werden.
  • Coenzym Q10 NW von Statinen ↓
  • Vitamin C 500-2000 mg :Schützt die Gefäße vor Radikalstress und erhöhter

Lipidperoxidation

  • Vitamin E 200-600 mg : Schützt die Gefäße vor Radikalstress und erhöhter

Lipidperoxidation

  • Nicotinamid (Vitamin B3)1-3 g: vermindert Anstieg HDL
  • Phytoöstrogene - Isoflavone:  z.b.:Soja-Isoflavone verbessern Lipidprofil  
  • Magnesium 400-500 mg
  • Olivenöl (zusätzlich): erhöht HDL und reduziert oxidiertes LDL.
  • Omega-3-Fettsäuren: reduzieren Triglyceride und verbessern Quotient Cholesterin/HDL (senken nicht LDL!)

Wissenswertes über Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Für unsere Gesundheit spielen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente (Mikronährstoffe) eine wichtige Rolle. Diese werden über die Nahrung aufgenommen und in unserem Körper für eine Vielzahl von Funktionen benötigt. Hierzu zählen unter anderem die Produktion von Hormonen, die Impulsübertragung in Nervenzellen, die Kontraktion von Muskelfasern, die Bildung neuer Zellen sowie die Regulation des Immunsystems. Eine ausreichende Zufuhr ist demnach eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt bzw. für die Wiederherstellung der Gesundheit. Ein erhöhter Bedarf wie etwa in der Schwangerschaft, Stillzeit, bei Sport, Stress und im Wachstum oder eine verminderte Aufnahmefähigkeit wie z.B. durch Medikamente und entzündliche Magen-Darmerkrankungen können Ursachen für einen Mangel sein. Aber auch bei diversen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Krebs, Leber- und Nierenfunktionsstörungen kann ein Defizit dieser wichtigen Bausteine einstehen. Mangelzustände können auch bei einseitiger oder vegetarischer Ernährung auftreten. Ob eine unzureichende Versorgung besteht, lässt sich im Blut nachweisen. Bei einer Unterversorgung oder bei Mangelsymptomen kann es sinnvoll sein, Mikronährstoffe durch sogenannte Nahrungsergänzungsmittel oder Infusionen zuzuführen.

In welchen Nahrungsmitteln die einzelnen Bestandteile enthalten und wofür sie im Körper notwendig sind, zeigt nachstehende Tabelle. Allerdings sind  Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für zahlreiche Aufgaben zuständig, sodass hier nur ein kleiner Auszug der wichtigsten Funktionen genannt werden kann.