Ich arbeite seit 2006 hauptberuflich als Begutachtungsärztin im chefärztlichen Dienst einer Sozialversicherung und erstelle in meiner Funktion unter anderem medizinische Expertisen,  über Kostenausmaß und Notwendigkeit medizinischer Behandlungen, Pensionsbescheide und Pflegegeldeinstufungen.
Versicherungsmedizin ist ein Teilgebiet der Sozialmedizin, das sich nicht mit der Behandlung von Krankheiten bzw. Unfallfolgen befasst, sondern mit den Beziehungen zwischen den Versicherungsnehmern, den medizinischen Leistungserbringern und Versicherungsträger. Die untersuchten Fragen sind nicht nur medizinischer, sondern auch juristischer und soziologischer Natur. Es bestehen inhaltliche Verbindungen zur Rechts- und Arbeitsmedizin.
Für die versicherungsmedizinische Tätigkeit gibt es kein vorgeschriebenes Curriculum oder eine Facharztweiterbildung. Stattdessen ist eine langjährige Berufserfahrung und vor allem versicherungsmedizinische Expertise erforderlich. Darüber hinaus bedarf es guter versicherungsmedizinischer Kenntnisse und der Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Leistungs- und Vertragsbereich, sowie mit Juristen und Statistikern. Es gibt mittlerweile Bestrebungen, die Versicherungsmedizin als eigene Fachrichtung auf Universitäten zu etablieren, in der Universität Lübeck gibt es eit 2018 einen Lehrstuhl für Verischerungsmedizin, in den Niederlanden gibt es hierzu ein Masterstudium. Die Universität Basel bietet seit 2008 eine zweijährige Masterausbildung als erste Einrichtung im deutschsprachigen Raum an. Ebenfalls besteht eine 2-jährige Masterausbildung in Belgien. In den Niederlanden gibt es Facharztausbildungen zum Versicherungsmediziner mit einer Dauer von vier Jahren; stark sozialmedizinisch ausgerichtet. Ferner ist eine Ausbildung zum Facharzt für Versicherungsmedizin in Tschechien möglich. In Belgien wurde im Jahre 2007 eine eigene Facharztausbildung für Versicherungsmedizin und medizinische Expertise eingeführt.
Versicherungsärzte in Österreich üben die selbe Tätigkeit aus, können aber keinen Facharzttitel erwerben.

Ärztinnen und Ärzte, die im Rahmen des österreichischen Systems der sozialen Sicherheit mit einer ärztlichen Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie der Leistungsfähigkeit einschlägiger Leistungswerber für Sozialversicherung tätig sein wollen, bedürfen einer Zertifizierung durch die Österreichische Akademie für ärztliche und pflegerische Begutachtung (ÖBAK). Ich bin seit 2016 ÖBAK rezertifizierte Begutachtungsärztin.